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 Betreff des Beitrags: Der TAZ - Tageszeitungsfread
BeitragVerfasst: 16.04.2009 22:55 
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Da ich diese Zeitung gerne lese, dacht ich mir laß ich euch da auch dran teilhaben :blol:
...schließlich schadet radikale Meinungsfreiheit nicht, und wir wollen hier in der Gruft ja auch immer auf dem Laufenden bleiben :hupf:
:skull:

Ich werd also immer ne aktuelle Schlagzeile/Bericht hier posten, oder was sonst so lesenswert ist :bang:


Meinungen und Disskussionen zu den Berichten sind gerne erwünscht :crown:


QUELLE: immer taz.de

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 Betreff des Beitrags: Re: Der TAZ - Tageszeitungsfread
BeitragVerfasst: 16.04.2009 23:03 
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Seminare zur homosexuellen Umpolung
"Das ist psychische Vergewaltigung"
Für Evangelikale ist Homosexualität Ausdruck von Unzufriedenheit. Und sie wollen ja nur helfen. Ziel ist ein bibeltreues, heterosexuelles Leben. Für die Teilnehmer ist es eher eine Tortur. VON MALTE GÖBEL

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"Für mich war das ein Problem, das weg musste." Foto: ap


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Das Seminar wollte den Teilnehmern "Auswege aus der Homosexualität" zeigen - doch Georg* fand heraus, dass ihn so ein Ausweg gar nicht interessierte. Stattdessen galt sein Interesse Matthias*, der auf dem Stuhl neben ihm saß. Georg, damals 29 Jahre alt und aktiv in der Studentenmission, war zum Seminar gekommen, weil er wissen wollte, wie sein Glaube mit seinen homosexuellen Empfindungen zusammenpassen könnte. "Mir war bewusst, dass das von der Bibel her nicht okay ist", sagt er heute, "aber ich wollte es deswegen nicht unbedingt loswerden."

Die meisten anderen Besucher des Seminars schon. Homosexualität war für sie ein Problem, viele hatten schon Therapien hinter sich. "Das war ein Trümmerfeld psychisch angeknackster Menschen", erinnert sich Georg. Am liebsten wäre er sofort wieder abgereist - wenn da nicht Matthias gewesen wäre. Gemeinsam schwänzten sie die Sitzung: Statt sich zu überlegen, wie nahe sich Männer kommen dürfen ("Ist ein Kuss noch erlaubt?"), gingen sie lieber gemeinsam spazieren.

Organisator des Seminars war Roland Werner, damals der Vorzeige-"Ex-Gay" unter evangelikalen Christen. Er bot das lebendige Beispiel: Veränderung der sexuellen Orientierung ist möglich. In dem Stil verlief auch das Seminar: "Es gab zwar keinen direkten psychischen Druck, aber die Grundaussage war klar: Homosexualität ist auf jeden Fall etwas Schlechtes", erinnert sich Georg. Das war 1990.

Die Seminare und Beratungen mit dem Ziel eines heterosexuellen Lebens gibt es noch heute. Organisationen wie die Offensive Junger Christen (OJC), bei denen Werner Beiratsmitglied ist, Living Waters oder Wüstenstrom arbeiten vor einem evangelikalen Hintergrund. Evangelikale Christen sehen die Bibel als irrtumsfreie Grundlage ihres Glaubens, sie nennen sich "bibeltreu". Und zu Homosexualität macht die Bibel klare Ansagen: "Wenn ein Mann sich mit einem anderen Mann wie mit einer Frau vergeht, haben beide Schändliches begangen. Sie sollen mit dem Tode bestraft werden; es lastet Blutschuld auf ihnen", heißt es im dritten Buch Mose (20, 13).

Diese Blutschuld wollte Martin* nicht auf sich nehmen. Seine Eltern hatten ihn evangelikal erzogen, aber er fühlte sich zu Männern hingezogen. "Für mich war das ein Problem, das weg musste", sagt er heute. Im Jahr 2000 nahm Martin, damals 20 Jahre alt, deswegen Kontakt zur "Seelsorgeinitiative Wüstenstrom" auf. Der erste Besuch bei der Organisation war befreiend für ihn. "Wüstenstrom hat mir klargemacht, dass ich Hilfe brauche. Und sie machten mir Hoffnungen, dass ich das homosexuelle Begehren loswerden kann."

Seit Mitte der Neunzigerjahre berät der Verein bei Fragen zur Sexualität. Leiter ist der Diakon und Sozialarbeiter Markus Hoffmann, sein wichtigster Mitarbeiter ist der Sozialarbeiter Stefan Schmidt. "Wir beraten derzeit etwa 70 Ratsuchende, die Fragen hinsichtlich Sexualität und Identität haben. Etwa die Hälfte von ihnen beschreibt homosexuelle Gefühle", sagt Schmidt. Er betont, dass die Beratungen ergebnisoffen seien: "Es geht uns nicht darum, Menschen von homosexuell nach heterosexuell zu transportieren. Wir bewerten im Beratungsprozess Homosexualität und Heterosexualität nicht", sagt Schmidt.

Die beiden Wüstenstrom-Berater hatten früher selbst homosexuelle Gefühle, leben aber beide heute heterosexuell und bibeltreu. Wüstenstrom ist ihr Lebenswerk. In einem Beitrag auf der schweizerischen christlichen Internetseite jesus.ch wird deutlich, wes Geistes Kind sie sind: "Gott hat den Menschen als Mann und Frau geschaffen. Somit ist jeder Mensch grundsätzlich heterosexuell - und manche haben ein homosexuelles Problem", schreibt Hoffmann dort.

Für Wüstenstrom ist sexuelle Orientierung nicht genetisch bedingt oder durch frühkindliche Prägung festgelegt, sondern Ausdruck einer Unzufriedenheit mit sich selbst. Das ist das Perfide an der ganzen Sache: Natürlich sind die meisten der Ratsuchenden aufgrund ihres christlichen Hintergrunds nicht glücklich über ihre sexuelle Orientierung und wünschen sich, ein gottgefälliges Leben in Heterosexualität zu führen. Wüstenstrom hilft gern. "Wir sagen nicht, dass Homosexualität verändert werden muss", erklärt Stefan Schmidt. "Wenn aber ein Mensch den Wunsch hat, darüber nachzudenken, sollte er es fachlich begleitet tun dürfen."

Martin sagten die Berater, er müsse an den Kern seines Schmerzes kommen. Also: keine sexuellen Kontakte, keine homosexuellen Gedanken - das lenke nur ab. Er ließ sich zwei Jahre lang regelmäßig von Wüstenstrom beraten, aber besser ging es ihm nicht: "Wir haben immer im Kreis geredet und jede Sitzung wieder bei null angefangen." Im Herbst 2006 war er am Ende und suchte einen professionellen Therapeuten auf - trotz Schmidts Versuch, ihn umzustimmen: "Der kann dir nicht helfen!' hat er gesagt", erinnert sich Martin. Doch der Therapeut ermutigte Martin, selbst zu entscheiden, wie er sein wollte. "Wüstenstrom dagegen wollte mich verändern."

Professionelle Therapeuten sehen die Vorgehensweise des Vereins kritisch. "Beim Coming-out darf man die Zweifel und Ängste eines Menschen nicht noch verstärken", sagt der Psychologe Ralf Nicodemus von der Berliner Schwulenberatung. Er betreute vor knapp drei Jahren einen jungen Mann, der vorher bei Wüstenstrom Rat gesucht hatte. "Ich hatte den Eindruck, dass Wüstenstrom keinen liebevollen Blick auf sich selbst vermittelt, sondern einen bestrafenden und verurteilenden", sagt der Psychologe. Er zweifelt an den Erfolgsaussichten der Beratungen. "Man kann Sexualität sublimieren und kontrollieren", sagt er, "aber dann ein glückliches heterosexuelles Leben zu führen, das funktioniert nur bei wenigen." Martin hat in seinen zwei Jahren bei Wüstenstrom niemanden kennengelernt, bei dem die Beratung der Organisation dauerhaft gewirkt hat. Zwei seiner Bekannten landeten sogar in der Psychiatrie. "Selbst wenn die Wüstenstrom-Leute recht haben, ist es da doch besser, schwul zu leben, als sich solche Probleme zu machen", sagt er heute.

Martin hat aufgehört, mit sich selbst zu kämpfen. Er lebt in Stuttgart, arbeitet als Schreiner und besucht "Zwischenraum", eine evangelikale schwul-lesbische Gruppe. Dort kann er über seinen Glauben reden. Denn den hat er immer noch. Auch Georg und Matthias, die sich auf dem Heilungsseminar kennenlernten, sind weiterhin gläubig und engagieren sich in der Hamburger Gemeinde der homofreundlichen Metropolitan Community Church. "Gott hat kein Problem mit meinem Schwulsein", sagt Georg. Die verurteilenden Bibelstellen müsse man im historischen Zusammenhang sehen. Tatsächlich gibt es viele andere Bibelzitate, die aus heutiger Sicht keinen Sinn ergeben: Demnach darf man kein Mischgewebe tragen (3. Mose, 19, 19), und auf Sonntagsarbeit steht die Todesstrafe (2. Mose, 35, 2).

Heute beurteilt Georg das Seminar von 1990 als Glücksfall - "auch wenn ich es eigentlich niemandem zumuten würde, das war psychische Vergewaltigung". Matthias, neben dem er damals saß, und er haben vor vier Jahren in ihrer Gemeinde geheiratet. "Nach dem Seminar habe ich überlegt, ob ich Roland Werner eine Postkarte schreibe und mich bei ihm bedanke", erzählt er lachend. "Aber wahrscheinlich hätte der das nicht so toll gefunden."

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 Betreff des Beitrags: Re: Der TAZ - Tageszeitungsfread
BeitragVerfasst: 17.04.2009 00:16 
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Lebensmittelchemie macht's möglich :throwup:
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"Analogkäse" auf der Käsepizza"
Statt echtem Käse verwenden Bäcker und Imbisse oft eine Pflanzenfett-Billigmischung. Der Verbraucher wird im Dunkeln gelassen. Die Zutatenliste kann helfen. VON RANIAH SALLOUM

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Frischer Käse oder Pseudokäse: Was ist auf der Pizza? Foto: dpa


BERLIN taz Die Käsekruste auf der Pizza ist häufig ein Mix aus Eiweißpulver, Pflanzenfett und Aromazusatz. Dieser Mix heißt "Analogkäse"- ein Pseudokäse. Denn echter Käse ist nach dem Lebensmittelgesetz nur der aus Milch.

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Analogkäse ist nicht gefährlich. "Aber es ist eben ein Billigprodukt", sagte Maria Roth, Amtsleiterin des chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Stuttgart, am Donnerstag zur taz. Auch der Deutsche Bauernverband kritisierte den Käseersatz: Nur echter Käse sei "ein gesundes und wertvolles Naturprodukt". Das eigentliche Problem: Oft weiß der Verbraucher nicht, dass er Pseudokäse isst. Manchmal wird er sogar gezielt getäuscht. Der Käseersatz liegt nicht nur auf der Pizza, er kann auch im Cheeseburger, der Lasagne oder dem griechischen Salat stecken. Das ist ein klarer Verstoß gegen die Kennzeichnungspflichten. "Es darf kein Käse draufstehen, wenn kein Käse drin ist", sagt Martin Rücker vom Verbraucherverband Foodwatch.

Nicht nur der Geschmack leidet beim künstlichen Käse, auch die Milchbauern klagen. Der Analogkäse sei eine zusätzliche Belastung des Marktes, sagt Udo Folgart vom Deutschen Bauernverband. Die Milchpreise sind derzeit so niedrig wie noch nie. Schätzungsweise 100.000 Tonnen Analogkäse werden jährlich in Deutschland produziert - das entspricht etwa einem Zehntel der hierzulande produzierten echten Käsemenge.

Der größte Teil des deutschen Analogkäses wird allerdings exportiert. Die bayerische Firma Jeneil macht die Zutaten für Analogkäse. 95 Prozent ihrer Produktion gehen ins Ausland. Ursprünglich wurde der Analogkäse vor allem für südliche Länder entwickelt. Dort fehlt es oft an Frischmilch und an Kühlkammern. Analogkäse muss nicht Monate im Kühlräumen reifen, sondern kann in 20 Minuten aus seinen Trockenbestandteilen zusammengerührt werden. So gehören zu Jeneils besten Kunden die arabischen Länder.

"Man kann es auch positiv sehen", sagt Max Wiedemann, Chef von Jeneil. Da Analogkäse keine tierischen Milchfette enthalte, sondern nur Milcheiweißpulver und Pflanzenfett, sei er cholesterinverträglich und laktosefrei - zur Freude von Allergikern. Allerdings greifen Fertigprodukthersteller, Imbissbuden und Restaurants in Deutschland aus anderen Gründen auf das Imitat zurück: Es kostet nur rund die Hälfte von normalem Käse.

"Im Einzelhandel ist das Problem für den Verbraucher nicht so groß", sagt Lebensmittelkontrolleurin Roth. Er kann den Analogkäse im Regal erkennen: Er hat dort meistens nicht den Namen Käse, sondern verbirgt sich hinter Produkten wie "Pizza-Mix" oder "Sandwich Scheiben". Auch im "Brotaufstrich" kann Analogkäse stecken. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft weiter: Stehen Pflanzenfette und Aromastoffe drauf, ist meist kein echter Käse drin.

Restaurants nehmen es mit der Bezeichnung jedoch oft nicht so genau. Die Stuttgarter Lebensmittelkontrolleure - wie auch ihre Kollegen anderer Bundesländer - überprüfen den Käse bei Verdacht auf falsche Etikettierung. Vor allem bei billigen Schnellimbissen enttarnten sie den Feta im griechischen Salat oft als Kunstkäse.

Auch Bäckereien verstoßen häufig gegen die korrekte Bezeichnung. Das Hessische Landeslabor überprüfte die Käsebrötchen von 92 Bäckereien. Ein gutes Drittel davon enthielt Analogkäse. Bei Tiefkühlpizzen schätzt Jeneil-Chef Wiedemann die Lage ähnlich ein.

Auf Anfrage erklärten die Pizzahersteller Dr. Oetker und Wagner, dass bei ihnen nur echter Käse auf die Pizza komme. Auch die Bäckerketten Kamps, Backwerk und Backfactory verwenden nach eigenen Angaben nur echten Käse. Aldi erklärte ebenso, keinen Anlaogkäse zu haben. Wer sichergehen will, greift zu Biopizza: Die darf nur Biokäse enthalten; er ist immer aus Milch.


WIEDERLICH !!! :throwup:

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 Betreff des Beitrags: Re: Der TAZ - Tageszeitungsfread
BeitragVerfasst: 17.04.2009 22:19 
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Heute gibt es mal ne kleine Karikatur von Touchè, der regelmäßig seine Strips in der Zeitung zum Besten gibt :blol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Der TAZ - Tageszeitungsfread
BeitragVerfasst: 20.04.2009 20:09 
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Besuch im Discount-Bordell
Billig willich
In Hamburg gibt es seit 2004 das erste Discountbordell. Das Konzept ist so erfolgreich, dass die Betreiber jetzt Lizenzen für Franchise-Unternehmen anbieten. VON KATHARINA FINKE
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Im Geizhaus gibt es preiswerten Sex. Dafür sucht man rote Lampen, Plüsch und Schnickschnack vergeblich. Foto: dpa

Zwischen den anderen Mehrfamilienhäusern aus rotem Backstein fällt das kleine weiße Haus im Hamburger Stadtteil Wandsbek nicht besonders auf. Dass hier keine Familie wohnt, ahnt man erst, wenn man die zwei Plastikpalmen vor dem Eingang und den grellgrünen Logos, die vor jedem Fenster leuchten, sieht. Darauf: ein Geier und der Schriftzug "Geizhaus - Geiz macht geil."

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Zitat:
PLEITEGEIER

Das Discountbordell "Geizhaus" wirbt um seine Kunden übers Internet. Mit grünem Layout, gelber Schrift und dem Comic-Geier wirkt die Homepage eher so, als könnte man hier besonders billig Fertigmöbel oder sonstigen Profankram kaufen. Doch bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass die Ware hier nicht die Bürostühle, sondern die darauf sitzenden Frauen sind. Unter der Rubrik "Geizhaus Girls" gibts die nötigen Produktdetails wie BH-Größe, Gewicht und die angebotenen Dienstleistungen. Dazu noch ein Bild von den Frauen: nackt oder in Unter- oder Reizwäsche. Dauerhafte Fleischbeschauung mal mit, mal ohne gepixeltes Gesicht. Außerdem der Hinweis "Das Geizhaus ist immer noch ein Bordell, deswegen erwarten wir, dass sich die Gäste umgehend für eine Dame entscheiden." Es gilt also auch für die Freier: Akkordarbeit.



Das Geizhaus nennt sich Discountbordell. Also ein Puff nach dem Aldi-Prinzip: keine aufwändige Einrichtung, keine ausgesuchte Präsentation, sondern ganz einfach nur Körper. Hauptsache billig. Ohne rote Lampen, Plüsch, Schnickschnack oder Glamour. Der Preis klingt auch schwer nach Supermarkt: "Eine halbe Stunde kuscheln, schmusen und Verkehr in unterschiedlichen Stellungen für 38,50 Euro." Zeit ist Geld, das scheint das Motto des Hauses. Woanders zahlt man nach Leistung, hier pro halbe Stunde.

Merksprüche wie im Büro


12.57 Uhr. Es klingelt. Ein Mann steht vor der Tür. Drei Minuten zu früh, eigentlich öffnet das Bordell erst um eins. Der Mann trägt einen beigen Pulli, eine Jacke im gleichen Farbton und braune Lederschuhe - ein durschnittlicher Typ. "Hallo, grüß dich!", sagt Anke und begleitet ihn in den Barraum. Er setzt sich auf einen mit Satin bezogenen Barhocker an die Theke. Hier steht ein Schild mit der Aufschrift: "Freundlichkeit ist ein Bumerang". Darunter: "Sie kommt immer zurück". "Das ist unser Leitspruch", sagt Anke stolz und holt den Geizdollar hervor. Ein gelber Plastikchip, ähnlich wie das Ersatzgeld bei Club Med.

Über Anke hängt ein Schild: "Die Geschäftsleitung weist darauf hin, dass sich die Gäste im Geizhaus zu benehmen haben." Freundlich fragt sie den Gast: "Hast du einen bestimmten Wunsch?" - "Nee", antwortet er, "erst mal gucken!"


Seit 2004 leiten die Barfrauen Gaby, Doris und Anke das Bordell. Über acht Jahre arbeiteten sie vorher im Hamburger Milieu und wollen zeigen, dass es auch anders geht: "Mit unserem Konzept wollen wir beweisen, dass billig nicht gleich schlecht ist." Die Geizkultur ist weit verbreitet. Die Leute zahlen immer weniger. Auch für Sex. So entstand die Idee für das Geizhaus.

Nebenan im Aufenthaltsraum sitzen sieben Damen. Mary trägt gerade roten Lippenstift auf, kämmt die fransigen Haare zurück und sprüht sie mit Haarspray ein. Dabei hüpfen ihre Brüste aus dem eng anliegenden schwarzen Kleid. Jetzt leuchtet eine Digitalanzeige mit drei roten Zahlen auf: 000. Schnell stolzieren alle sieben Damen nacheinander in den Barraum. Sie stellen sich mit Pseudonym und Spitznamen vor: "Hi, Schneewittchen" sagt Jenny. "Mary - Lauschhörnchen", sagt Mary. Zurück im Aufenthaltsraum wird der Gast kommentiert. "Der riecht ja schon nach Tod!", sagt Jenny. 12.58 Uhr. Die Anzeige leuchtet wieder auf: 001. Jennys Nummer. Sie schnappt sich ein hellrosa Handtuch. In Leopardenstiefeln, knappem schwarzem Top und Tanga verlässt sie den Raum. Alle anderen setzen sich auf die rote Samtsitzbank. Einige hüllen sich in rosa Frotteemäntel, andere in rote Fleecedecken.

13.01 Uhr. Es klingelt. 000. 008 ist dran. 13.06 Uhr. 015. Das Zeichen für Chantal. Diesmal ohne Parade. 13.12 Uhr. 000. "Der Sack lässt uns schon wieder alle laufen!" 025. Mary. Jenny kommt zurück. Sie setzt sich auf die rote Sitzbank. An den Wänden hängt der Plan für das Vierschichtsystem: zwei Tag- und zwei Nachtschichten. Eine Schicht dauert fünf Stunden. Die Damen gucken Fernsehen und unterhalten sich. "Manche riechen so ekelhaft nach altem Schlüpfer", sagt Mary, "da hilfts auch nichts, wenn man sich dreimal schrubbt." - "Aber normalerweise reicht eine kleine Muschiwäsche zwischendurch", fügt Jenny hinzu. "Brauche ich für die Genossenschaft eine Schufa-Bescheinigung?", fragt Mary. "Nein, Kuschi", antwortet Jenny, "nur die Arbeitspapiere."

13.20 Uhr 000. 001. Jenny geht wieder in eines der Zimmer. Ein Bett mit grünem Spannbettlacken, Küchenrolle, Spiegel und kleiner Nachttischlampe. "Die Mädchen nehmen das Zimmer, das gerade frei ist", erklärt Anke, "Sie müssen nur darauf achten, dass die Betten sauber sind." 13.40 Uhr. 015. 13.55 Uhr. 000. 001. "Rein raus, rein raus! Das ist mir lieber, als die ganze Zeit zu warten", sagt Jenny. Sie ist 31, zweifache Mutter und hat früher im Kosmetikstudio gearbeitet. Sie hat Erfahrungen mit anderen Bordellen. "Dort war es viel anstrengender, weil ich Miete zahlen und selbst putzen musste", erklärt sie. Im Geizhaus bietet sie verschiedene Stellungen und Oralverkehr. Seit fast vier Jahren. Für sie ist es ein Doppelleben, von der auch ihre Familie weiß. "Meine Gefühle bleiben vor der Tür, wenn ich ins Geizhaus gehe", sagt sie. Außerdem gebe es Grenzen für sie, um ihre Privatsphäre zu schützen. Erst kam ihr Freund damit klar. Doch nach zwei Jahren trennte er sich von ihr. Obwohl sie die Arbeit, ihm zuliebe, für ein halbes Jahr aufgegeben hatte. Das würde sie wieder tun für jemanden, den sie liebt. Sie kann sich ohnehin vorstellen, bald mit dem Job aufzuhören. "Man geht sonst kaputt. Außerdem will ich meinen Kindern erzählen können, wo ich arbeite", sagt sie. 14.50 Uhr. 000. 001. Wieder Jenny. "Los, geh dich prostituieren!", sagt Jasmin. 14.55 Uhr. 000. 007. Jasmin ist dran: "Hast du ein paar Gummis für mich?" "Schwarze oder weiße?" 15.02 Uhr. 000. 001. 15.03 Uhr. 000. 025. 15.05 Uhr. 000. 015.

"Derzeit ist es wie russisches Roulette", erklärt Mary. Man könne sich nicht mehr darauf verlassen, wann und wie häufig die Gäste kommen. Seit der Finanzkrise habe sich viel verändert. "Die Gäste wollen Frust loswerden. Dafür aber möglichst wenig zahlen. Das geht oft zu weit", sagt sie. "Für einen Pissgroschen erwarten sie eine zweite Hochzeitsnacht! Sie denken, es wäre normal, wenn sie den Finger in die Muschi stecken oder fragen: Kannst du mir mal die Eier lecken?"

Das Gute am Geizhaus sei, dass sich die Frauen ihre Zeit frei einteilen könnten. Außerdem wird ihnen nicht vorgeschrieben, was für Sonderwünsche sie erfüllen müssen. "Aber der Druck ist groß. Denn je mehr man anbietet, umso lieber kommen die Gäste", sagt Mary. Die Gäste verwenden Geheimkodes wie "Natursekt" oder "spanisch". Jede Entschlüsselung kostet aber einen Geizdollar "38,50 Euro" extra. Mary arbeitet in Doppelschichten. Zeitweise 14 Stunden täglich. Sechsmal die Woche. Sie ist 31 und hat einen Sohn. Außerdem gesundheitliche Beschwerden wegen der Heizungsluft, des Nikotins und Schlafmangels. "Ich kann es mir nicht leisten, weniger zu arbeiten!", sagt sie. "Zu viele Verbindlichkeiten und Schulden von meinem alten Job." Dabei klingt sie fast verzweifelt. Früher hatte Mary Versicherungen verkauft und Provision dafür bekommen. Die musste sie dann aber wieder zurückzahlen, als die Versicherungsverträge geplatzt waren. Aber für die Zukunft hat sie einen Plan: "Eröffnung eines Textildiscountgeschäfts. Die Masse kauft billig! Der Geiz der Menschen ist die einzige Chance." 15.35 Uhr. 000. 001. 15.46 Uhr. 000. 025. 16.03 Uhr. 000. 001.

"Wenn weniger los ist, muss ich die Mädchen motivieren", sagt Anke. Sie ist neunfache Großmutter. "Mir ist es wichtig, die Mädchen zu beschützen. Deswegen wird schon am Eingang aussortiert. Wenn jemand die Mädchen öfters laufen sehen will, ist das nur Fleischbeschauung!" Aufgrund der vielen Stammgäste sei das aber selten. 17.23 Uhr. 000. Paradelauf. 001. 17.36 Uhr. 000. 004. Langsam treffen die Abendgäste ein. "Tagsüber wollen viele nur Druck ablassen. Aber abends kann es ganz schön anstrengend sein, wenn sie lange vögeln wollen", sagt Mary, "Sex ist Routine! Aber Spaß macht das nicht!"

Pro Schicht gibt es ca. 60 Euro


17.43 Uhr. 000. 025. 17.50 Uhr. 000. 001. 18 Uhr. Feierabend. Abrechnung. Jenny hatte zehn Gäste. 200 Euro nimmt sie mit nach Hause. Es ist 18.01 Uhr, und die Ampel vor dem Geizhaus zeigt Rot. Das bedeutet: Die Bude ist voll. Höchste Zeit also, dass das Geizhaus mehr Platz bekommt. Der Umzug ist schon beschlossen: Satte 700 Quadratmeter sollen bald zur Verfügung stehen. Der Sexdiscounter scheint sich durchzusetzen.

Jede Frau erhält bei der Abrechnung 20 Euro pro Geizdollar. 18,50 Euro gehen ans Haus. "So ein Chip ist netter, die Mädchen fühlen sich nicht so erniedrigt, wie wenn man ihnen das Geld hinwirft!", meint die Chefin.



:pop: :dogpop: :skull:

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 Betreff des Beitrags: Re: Der TAZ - Tageszeitungsfread
BeitragVerfasst: 22.04.2009 21:35 
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Der Streit der Woche in der Sonntaz
Verschlafen die Gewerkschaften die Krise?
Der 1. Mai des Jahres 2009 steht vor der Tür: Der Tag der Arbeit, mitten in der Wirtschaftskrise, in deren Folge schon jetzt unendlich viele Arbeitsplätze vernichtet wurden. Und die Gewerkschaften?

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Forderungen auf Buttons gedruckt - reicht das noch in Zeiten der Finanzkrise? Foto: dpa

Die Regierung spannt Rettungschirme auf, die Bosse stehen am Pranger, nur von den Anwälten der Arbeitnehmer, den Gewerkschaften ist nichts zu hören - außer der Forderung nach immer neuen Konjunkturpaketen. Was machen die eigentlich? Schlafen?

Beziehen Sie Stellung! Die taz wählt einen Beitrag aus und veröffentlicht ihn kommendes Wochenende in der Sonntaz auf Seite 14, in der Rubrik "Streit der Woche".

Voraussetzung dafür, dass Ihr Beitrag abgedruckt werden kann, ist, dass Sie Ihren richtigen Namen und eine funktionierende Email angeben. Und dass Sie bereit sind, mit Foto abgebildet zu werden. (Ihre Email wird weder veröffentlicht noch für andere Zwecke genutzt.)



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 Betreff des Beitrags: Re: Der TAZ - Tageszeitungsfread
BeitragVerfasst: 23.04.2009 23:05 
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Umfrage soziale Unruhen
Wird´s in Deutschland krachen?
Fünf Millionen Arbeitlose und kein Ende der Krise, sagen Wirtschaftsinstitute. DGB-Chef Sommer und Gesine Schwan warnen vor Unruhen. Zu Recht? Wären sie gar wünschenswert?
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Eine andere politische Kultur: Continental-Mitarbeiter aus dem französischen Clairoix auf einer Demo gegen die Schließung ihres Werks. Archivfoto März 09. Foto: reuters

Soziale Stabilität ist ein Standortvorteil...

... meint Hans Olaf Henkel:

Zu sozialen Unruhen könnte es in Deutschland nur kommen, wenn wir denjenigen, die direkt und indirekt jetzt dazu aufrufen, nicht auf den Leim gehen! Es gibt kein Land vergleichbarer Größenordnung, in dem das soziale Netz so engmaschig gespannt ist. Allein das erklärt, dass die Krise bei vielen noch gar nicht angekommen ist und wenn, dann in sehr abgefederter Form. Alle, die Verantwortung tragen, auch und gerade Vertreter der Tarifpartner, müssen für Mäßigung sorgen, anstatt Öl ins Feuer zu gießen. Bisher war die soziale Stabilität ein klarer Standortvorteil. Wer auch diesen noch abschaffen will, setzt nicht nur die Zukunft unserer Wirtschaft und ihrer Arbeitsplätze aufs Spiel, sondern führt etwas anderes im Schilde: Der will ein anderes politisches System!

Der 69-Jährige ist ehemaliger Manager und Exvorsitzender des Bundesverband der Deutschen Industrie. Er lehrt heute an der Uni Mannheim.



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Die Regierung muss viel Geld lockermachen...

... sagt Opel-Betriebsratvorsitzender Rainer Einenkel:



Die sozialen Probleme sind riesig. Das zeigt sich nicht nur an der seit Jahren viel zu großen Zahl der Arbeitslosen. Auch von denen, die Arbeit haben, stehen viel zu viele finanziell schlecht da. Dies bedeutet sozialen Sprengstoff. Irgendwann werden die Menschen die Geduld verlieren. Jetzt kommt noch die Wirtschafts- und Finanzkrise hinzu. Immer mehr Menschen sorgen sich um ihren Arbeitsplatz.

Die Geiselnahmen in Frankreich zeigen, welche Lösungen verzweifelte Menschen suchen. Daraus kann sich eine Eigendynamik entwickeln, die von den Verantwortlichen genau beobachtet werden sollte - sie könnten zur Rechenschaft gezogen werden. Darum brauchen wir schnell ein gewaltiges Beschäftigungsprogramm, das gerade den industriellen Bereich stärkt. Die Regierung muss ganz schnell viel Geld lockermachen.



Unruhen im Geiste der Bergpredigt...

... sind für Bischöfin Maria Jepsen denkbar:



Ich wünsche mir keine sozialen Unruhen in Deutschland. Aber ich kann sie nicht ausschließen, weil ich sehe, wie die Armut in unserem Land zunimmt. Für mich heißt das: Wir brauchen neben konkreter Hilfe für die Menschen, die von Arbeitslosigkeit und Armut bedroht sind, dringend eine politische und gesellschaftliche Perspektive: Was heißt soziale Marktwirtschaft in den Zeiten der Finanzkrise? Wie sieht ein Gegenmodell zur herrschenden Unordnung aus?

Es kann ja nicht sein, dass die große Krise mit ein bisschen Abwrackprämie hier und ein paar Steuerreformen dort gelöst werden soll. Mehr Konsum löst nicht unsere Probleme. Wir brauchen andere Werte als den Wachstumswahnsinn, der uns immer wieder eingeredet wird.

Was ich mir wünsche, ist eine produktive und schöpferische Unruhe im Geist der Bergpredigt: "Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen." Nicht weitermachen im alten Trott, sondern auf eine gerechte Ordnung drängen - das betrachte ich als Aufgabe der Kirche und der einzelnen Christinnen und Christen. Menschenwürde und Barmherzigkeit dürfen nicht zu Fremdwörtern werden.


Die 64-Jährige ist seit 1992 Bischöfin der Nordelbischen Kirche für die Region Hamburg und sitzt dem Evangelischen Missionswerk vor.





Unruhen, ja bitte - aber nicht aus der Mottenkiste...

... sagt Thomas Seibert von Attac:



Soziale Unruhen wären nötig, unbedingt nötig. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie kommen werden. Denn trotz allen Geredes von der Krise und der Vergleiche mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 ist gegenwärtig wenig los. Es gibt ja auch keinen Vorschlag, für den man eintreten könnte.

Auffällig ist, dass weder die Gewerkschaften noch die Linkspartei im Moment viel Zuspruch erhalten. Deute ich das positiv, dann scheint, dass die Leute einem Rückgriff in die Mottenkiste fordistischer Ideen, die die Gewerkschaften und die Linkspartei anbieten, nicht trauen. Deute ich es negativ, heißt es, dass wir hier in Deutschland noch lange auf der Stelle treten werden.

Und es gibt die reale Gefahr, dass der zentrale Aufruf von rechts erfolgt. Es ist ja angenehm, dass es in dieser Hinsicht in Deutschland bisher sehr ruhig geblieben ist, nicht so wie in anderen europäischen Ländern. Wenn jetzt nichts von links kommt, besetzt die Rechte das ganze. Die Linke muss reagieren, von ihr muss ein Aufruf kommen, etwas, um das die Leute sich sammeln können. Und damit meine ich kein fertiges Programm, die Alternative selbst kann nur in einem Prozess kollektiver sozialer Unruhe entstehen.

Der 52-jährige Philosoph ist im Rat von Attac sowie im Netzwerk Interventionistische Linke aktiv.



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Der Sommermärchenonkel!

Traurig schaut er aus, denn eben ist er als Bayern-Trainer geschasst worden - der beste Job neben dem Papst (oder SPD-Chef). Ein arger biographischer Bruch. Doch wer stets die Worte Flexibilität und Innovation als Zaubersprüchlein auf den Lippen hat, dem dürfte eine berufliche Umorientierung doch keinerlei Schwierigkeit bereiten. (foto: dpa)

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 Betreff des Beitrags: Re: Der TAZ - Tageszeitungsfread
BeitragVerfasst: 01.05.2009 23:21 
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Sicheres Surfen
Provider sabotieren Internetüberwachung
In Schweden werden IP-Nummern und Verbindungsdaten einfach gar nicht mehr gespeichert. So können die Provider den Kunden vor Internetüberwachung schützen. VON REINHARD WOLFF

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Sicher Surfen in Schweden. Foto: dpa

STOCKHOLM taz | Die schwedischen Internetprovider haben ein neues Reklameargument: Wir umgehen die Internetüberwachung, bei uns wird der Kunde nicht registriert.

Am 1. April ist in Schweden ein neues Gesetz in Kraft getreten. Mit dem „Ipred“-Gesetz ist auch im bisherigen Filesharing-„Paradies“ der Tausch von Musik und Filmen über Filesharingseiten riskanter geworden. Die Unterhaltungsbranche hat nun auch in Schweden das Recht, bei den Internetprovidern Auskunft über die Person zu erhalten, die hinter der IP-Adresse eines Rechners steht.

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Bislang war das nur bei Straftaten möglich, für die im Falle einer Verurteilung Haftstrafen drohten. Eine Rechtsfolge, die es beim Download einzelner copyrightgeschützter Filme oder Musikstücke in Schweden aber nicht gibt. Deshalb lehnten die Gerichte entsprechende Anträge gegen Internetprovider auf Herausgabe der Userdaten hinter bestimmten IP-Nummern bislang auch ab. Nun reicht eine drohende Geldbuße, damit die Unterhaltungsbranche bei Gericht mit einem Verfahren um eine solche De-Anonymisierung Erfolg haben kann.

Das hat die UserInnen vorsichtig werden lassen. Beinahe eine Halbierung der Internetnutzung in den ersten beiden Aprilwochen verzeichneten die Anbieter von Breitbanddiensten in Schweden im Vergleich mit den letzten Märzwochen. Wobei allerdings die Gesamtzahl der InternetuserInnen, die Daten tauschen, kaum zurückgegangen ist. „Der große Unterschied liegt in der Menge der Downloads“, sagt Jon Lindén, Marktchef der IT-Firma Procera, welche die Untersuchung gemacht hat. Es werde offenbar nicht mehr planlos alles mögliche Material von den Filesharingseiten heruntergeladen, sondern man scheint wählerischer geworden zu sein.

Das hat vermutlich mit der Ankündigung der Musik- und Filmbranchenorganisationen zu tun; man habe nicht in erster Linie ein Interesse, einzelne Internetuser vor Gericht zu bringen, sondern man wolle die großen Uploader treffen, die das urheberrechtlich geschützte Material ins Netz schaufeln. Doch die lassen sich offenbar nicht beeindrucken. Die Uploads auf die populären Filesharingseiten weisen nach den Procera-Messungen so gut wie keine rückläufige Tendenz auf. Lindén: „Die großen Uploader sind meist Personen mit hoher technischer Kompetenz. Sie haben ihre Identität schon lange so gut geschützt, dass sie sich wohl wegen der neuen Gesetzeslage ganz einfach keine Sorgen machen müssen.“

Keine Sorgen müssen sich aber auch die Internetuser machen, die beim „richtigen“ Internetprovider Kunde sind. Erst hatten mehrere kleinere Anbieter die Gesetzeslücke entdeckt: Es gibt bislang in Schweden überhaupt keine Verpflichtung, IP-Adressen und Verbindungsdaten der KundInnen zu lagern. Das Gesetz, diese herausgeben zu müssen, läuft also ins Leere, wenn die Internetlieferanten diese Daten umgehend wieder löschen. Und das praktiziert mittlerweile ein halbes Dutzend der Provider.

In dieser Woche schloss sich auch der zweitgrößte Internetlieferant „Tele 2“ an. „Wir wollen die Integrität der Kunden schützen“, begründete „Tele 2“-Chef Niclas Palmstierna diesen Schritt. Früher habe man die Daten für internen Gebrauch gespeichert, damit höre man nun auf. Und unumwunden gibt er zu: Das habe auch mit der Konkurrenzsituation zu tun.

Standhaft ist noch der Marktführer „Telia“. Aber dafür steht der auch noch teilweise im staatlichen Eigentum. Doch selbst bei ihm klingt es nun anders als vor zwei Wochen. Da deklarierte man noch, „natürlich“ werde man sich an das Gesetz halten und „der Polizei helfen“. Nun ist davon die Rede, dass man „den Markt sorgfältig beobachten“ wolle.



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